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Wirkstoff Bisoprolol: Wirkung und Nebenwirkungen des Betablockers

16.12.2022

Bisoprolol gehört zur Gruppe der Betablocker. Der Wirkstoff senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Daher findet Bisoprolol Anwendung bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzschwäche, Bluthochdruck, aber auch Herzrhythmusstörung. Als selektiv wirkender Betablocker schont Bisoprolol im Gegensatz zu anderen Betablockern die Lungenfunktion. 

So wirkt der Betablocker Bisoprolol

Der Name Betablocker kommt daher, dass diese Medikamente bestimmte Bindungsstellen für Botenstoffe, also Betarezeptoren im Körper blockieren. Einer dieser Betarezeptoren ist beispielsweise Adrenalin, das den Blutdruck steigen lässt. Bei den Betarezeptoren unterscheidet man zwischen Beta-1-Rezeptoren und Beta-2-Rezeptoren. Beta-2-Rezeptoren befinden sich vor allem in der Lunge, während Beta-1-Rezeptoren überwiegend in Herz und Niere vorkommen. Bisoprolol ist ein selektiver Beta-1-Blocker, weshalb der Wirkstoff die Beta-2-Rezeptoren und damit Lungenfunktion schont. Stattdessen senkt Bisoprolol durch seine Wirkung den Blutdruck und den Herzschlag. Dadurch verbraucht das Herz weniger Energie und Sauerstoff. Somit hilft Ihnen das Medikament ebenfalls für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Störungen. 

So wenden sie Bisoprolol an

Bisoprolol gibt es in Form von Tabletten von 1,25 bis 10 Milligramm. Die Dosis sollte schrittweise langsam erhöht werden.  In der Regel bekommen Sie zu Beginn zunächst die niedrigste Dosierung. Die richtige Dosierung für Ihre Behandlung müssen Sie jederzeit mit Ihrem Arzt absprechen. Normalerweise nehmen Sie eine Tablette pro Tag. Um einen möglichst gleichbleibenden Blutdruck zu garantieren, sollten sie immer zur selben Tageszeit ihre Tablette einnehmen. Die optimale Wirkung von Bisoprolol entfaltet sich erst nach ca. zwei Wochen. Eine abrupte Absetzung von Bisoprolol lässt den Herzschlag abrupt erhöhen. Dies kann gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen. 

Das sind mögliche Nebenwirkungen von Bisoprolol

Dazu gehören starkes Zittern, Herzklopfen und Kopfschmerzen. Auch bei regelmäßiger Einnahme kann Bisoprolol Kopfschmerzen verursachen. Schwindel, Müdigkeit und Störungen im Magen-Darm-Trakt (z. B. Übelkeit, Durchfall) treten ebenfalls häufig auf. Da durch die Einnahme von Betablockern der Kalorienbedarf sinkt, kommt es bei vielen Patienten zur Gewichtszunahme. Bei Menschen mit hohen Blutfettwerten kann Bisoprolol das Risiko für Diabetes Typ 2 zusätzlich erhöhen. Besonders heikel kann sich die Anwendung von Bisoprolol in Kombination mit anderen Medikamenten auswirken. In diesem Fall können verschiedene Wechselwirkungen auftreten. Die gleichzeitige Einnahme von Bisoprolol und Antidepressiva kann beispielsweise den Blutdruck gefährlich tief senken. Wenn Sie also andere Medikamente regelmäßig einnehmen, müssen sie dies unbedingt ihrem Arzt mitteilen, damit er die Dosis ihrer Medikamente dementsprechend anpassen kann. 

Diese Personen sollten auf Bisoprolol verzichten

In der Schwangerschaft und in der Stillzeit kann Bisoprolol mehrere Risiken für Sie und Ihr Kind bergen. In diesem Fall empfiehlt sich der Umstieg auf Metoprolol, da es zur Einnahme dieses Medikaments während der Schwangerschaft mehr gesicherte Erfahrungen gibt. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten aus Mangel an Erfahrungen auf Bisoprolol verzichten.  

Bisoprolol als nützlicher Betablocker mit mehreren Risiken

Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sich Bisoprolol als sehr nützliches Medikament zum Senken des Blutdrucks erweisen. Allerdings können bei der Einnahme von Bisoprolol auch zahlreiche Nebenwirkungen auftreten. Essenziell ist die langsame Steigerung der Dosis sowie die langsame Herabsetzung des Medikaments, sobald Sie ihre Therapie mit Bisoprolol beenden wollen. Die richtige Dosis und weitere mögliche Risiken sollten Sie vor und während Ihrer Therapie ausführlich mit Ihrem Arzt besprechen.

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