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Wen muss ich informieren, wenn ich eine Geschlechtskrankheit habe?

12.07.2022

Geschlechtskrankheiten werden sexuell übertragbare Krankheiten - abgekürzt STD aus dem Englischen “Sexually Transmitted Diseases” - genannt, die, wie der Name schon sagt, hauptsächlich bei sexuellem Kontakt übertragen werden. Einige sind sehr bekannt, von anderen hört man kaum etwas. Einige sind maximal unangenehm, andere können tödlich enden. Und auch die Übertragbarkeit unterscheidet sich - für manche braucht es nur geringen Kontakt und können schon beim Küssen übertragen werden, andere kommen nur beim Geschlechtsverkehr mit Austausch von Körperflüssigkeiten von einer Partnerin oder einem Partner zur oder zum anderen. Deshalb ist es wichtig, die Übertragungswege und Symptome zu kennen, sich bei Verdacht schnell untersuchen zu lassen und jeden zu informieren, den diese Krankheit durch die Übertragung ebenfalls betreffen könnte, damit die- oder derjenige sich behandeln lassen kann und die Viren oder Bakterien nicht noch weiter verbreitet. 

HI-Virus: Unbehandelt endet die Infektion tödlich

Bei wem etwas die Diagnose HIV lautet - wenn sich jemand also mit dem HI-Virus infiziert hat, der Abwehrzellen zerstört, das Immunsystem schwächt und der am Ende AIDS auslöst, was unbehandelt auf jeden Fall tödlich endet - der muss dringend überlegen, mit wem er in den letzten Monaten Geschlechtsverkehr hatte. Vor allem, wenn dieser ungeschützt, also ohne Kondom, stattfand. Künftig sollte die oder der Betroffene unbedingt auf Safer Sex bestehen. Wer von einer Infektion weiß und trotzdem Sex ohne Kondom hat, der kann sogar strafrechtlich belangt werden. Auch wenn durch eine Therapie die Viruslast unter die Nachweisgrenze sinkt und eine Übertragung dadurch unwahrscheinlich wird, sollte Safer Sex betrieben werden. Nicht informiert werden müssen übrigens Freunde, Verwandte oder gar Arbeitgeber. Denn das HI-Virus ist im Alltag nicht übertragbar. 

Auch ohne Symptome können Geschlechtskrankheiten schlimme Folgen haben

Wer von Syphilis oder einem Tripper betroffen ist, sollte das ebenfalls den letzten Geschlechtspartnern mitteilen. Denn beide Krankheiten werden oft lange oder überhaupt nicht bemerkt, da nicht unbedingt besondere Symptome auftreten. Deshalb ist es umso wichtiger, diejenigen zu informieren, die sich eventuell angesteckt haben, denn beide Geschlechtskrankheiten sind auch ohne Symptome leicht übertragbar. Beide Krankheiten werden durch Bakterien ausgelöst und können durch ein Antibiotikum gut behandelt werden. In seltenen Fällen können beide STD unbehandelt tödlich enden. Chlamydien lösen ebenso oft keinerlei Symptome aus. Sie können, wenn sie nicht behandelt werden, zu Unfruchtbarkeit führen. Bei wem Chlamydien festgestellt werden, die oder der sollte auf jeden Fall ebenfalls die Geschlechtspartner der letzten Monate informieren. 

HP-Virus kann Krebs auslösen

Der Humane Papillomvirus - kurz HPV - kann in verschiedenen Varianten auftreten. Dieser Varianten können verschiedene Krankheiten auslösen. Feigwarzen können eine Folge sein, andere Varianten können Gewebeveränderungen bis hin zu Krebs auslösen. Feigwarzen zeigen auffällige Symptome, die Warzen in der Genitalregion. Die Typen, die Krebs auslösen können, verursachen erst später Symptome. Deshalb ist es auch hier wichtig, die Geschlechtspartner zu informieren. Und auch wenn der Krebs häufig Frauen betrifft und im Gebärmutterhalskrebs auftritt, so können Männer das Virus ebenfalls übertragen und von Peniskrebs, ausgelöst durch einen HP-Virus, betroffen sein.

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