Stress, innere Unruhe und anhaltende Angstgefühle sind längst keine Randthemen mehr. Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und private Belastungen fordern Körper und Psyche gleichermaßen. Viele Betroffene fragen sich daher: Helfen Vitamine bei Stress und Angst – oder ist das nur ein Mythos?
Die kurze Antwort lautet: Vitamine sind kein Allheilmittel. Aber bestimmte Nährstoffe können das Nervensystem gezielt unterstützen, Stressreaktionen abmildern und die psychische Belastbarkeit fördern – vorausgesetzt, sie werden sinnvoll eingesetzt.
Stress ist zunächst eine natürliche Reaktion. Der Körper schüttet Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus, um kurzfristig leistungsfähig zu sein. Problematisch wird es, wenn dieser Zustand dauerhaft anhält.
Typische Folgen von chronischem Stress sind zum Beispiel:
Gerade das Nervensystem benötigt in Stressphasen besonders viele Mikronährstoffe. Fehlen diese, kann sich die Stressverarbeitung weiter verschlechtern.

Nicht jedes Vitamin wirkt direkt auf die Psyche. Einige Nährstoffe sind jedoch zentral für die Funktion von Nerven, Gehirn und Hormonhaushalt.
Ein Mangel kann sich unter anderem durch Nervosität, Erschöpfung oder depressive Verstimmungen äußern.
Vitamin C trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei und hilft, den durch Stress erhöhten Cortisolspiegel abzufedern. Zudem schützt es die Zellen vor oxidativem Stress, der bei psychischer Belastung vermehrt entsteht.
Vitamin D ist entscheidend für stabile Knochen. Ein Mangel kann zu Knochenschwäche sowie Muskelschwäche und verminderter Muskelkraft führen, was sich durch schnelle Ermüdung oder Unsicherheit bei Bewegungen äußern kann. Da Vitamin D vor allem über Sonnenlicht gebildet wird, tritt eine Unterversorgung besonders in sonnenarmen Zeiten häufig auf.
Neben Vitaminen sind Mineralstoffe entscheidend, wenn es darum geht, die Nerven zu stärken.
Magnesium unterstützt Nervenreizweiterleitung, Muskelkraft und Knochenstabilität. Ein Mangel kann sich durch Muskelkrämpfe, Schwäche, Zittern oder Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen, weshalb eine ausreichende Versorgung besonders bei Stress oder hoher Belastung wichtig ist.
Zink ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt auch für die mentale Leistungsfähigkeit eine Rolle. Ein ausgeglichener Zinkhaushalt unterstützt die Stressresistenz.
Um Stress und Angst gezielt zu unterstützen, ist es sinnvoll, die entsprechenden Vitamine über die Ernährung aufzunehmen. Die folgende Tabelle zeigt typische Quellen:
| Vitamin / Nährstoff | Lebensmittelquellen |
| B1 (Thiamin) | Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch, Erdnüsse, Samen |
| B6 | Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Bananen, Vollkornprodukte, Avocado, Walnüsse |
| B12 | Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte |
| Folsäure | grünes Blattgemüse, Eigelb, Hülsenfrüchte, Avocado, Vollkorngetreide, Nüsse |
| Vitamin C | Zitrusfrüchte, Brokkoli, Paprika, Kiwi, Beeren (Hagebutten, Sanddorn, schwarze Johannisbeere) |
| Vitamin D | Fettiger Fisch, Eier, angereicherte Milchprodukte |
| Magnesium | Nüsse, Samen, Vollkorn, Hülsenfrüchte, dunkle Schokolade, Kakaopulver |
| Zink |
Fisch, Fleisch, Käse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte |
Hinweis: Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert in der Regel viele dieser Nährstoffe. Nahrungsergänzungsmittel können gezielt ergänzen, wenn Bedarf besteht oder die Aufnahme über die Nahrung nicht ausreicht.

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel bei Stress ist groß – von Vitamin-Komplexen über Magnesiumpräparate bis hin zu pflanzlichen Kombinationen.
Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen hilfreich sein:
Wichtig: Sie ersetzen keine ausgewogene Ernährung, sondern ergänzen sie gezielt. Da der Bedarf individuell unterschiedlich ist, lohnt sich eine fachkundige Beratung durch Arzt, Ernährungsfachkraft oder Apotheke.
Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben. Vitamine bei Stress und Angst:
Sie ersetzen jedoch keine Therapie, wenn Angststörungen oder depressive Erkrankungen vorliegen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel können das Nervensystem unterstützen, sind aber nur ein Teil eines gesunden Umgangs mit Stress und Angst. Was gut für die Nerven ist, umfasst auch viele alltägliche Gewohnheiten, die körperliche und mentale Gesundheit fördern.
Wichtige Faktoren für ein ausgeglichenes Nervensystem:
Vitamine wirken nicht wie Beruhigungsmittel und nehmen Angstgefühle nicht sofort. Sie unterstützen jedoch wichtige Prozesse im Nervensystem und können dazu beitragen, dass der Körper besser mit Stress umgeht.
Das ist individuell unterschiedlich. Während ein akuter Magnesiummangel sich relativ schnell ausgleichen lässt, benötigen Vitamine – insbesondere B-Vitamine oder Vitamin D – oft mehrere Wochen, bis sich eine spürbare Wirkung zeigt.
Eine ausgewogene Ernährung ist immer die Basis. In stressreichen Phasen kann es jedoch schwierig sein, den erhöhten Bedarf allein über die Nahrung zu decken. In solchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ergänzen – idealerweise nach fachlicher Beratung.
Ja, insbesondere fettlösliche Vitamine wie Vitamin D sollten nicht dauerhaft hoch dosiert werden. Auch bei wasserlöslichen Vitaminen gilt: mehr ist nicht automatisch besser. Eine gezielte Auswahl und Dosierung ist entscheidend.
Wenn Stress oder Angstgefühle über längere Zeit anhalten, den Alltag einschränken oder sich verstärken, sollte unbedingt ärztlicher oder therapeutischer Rat eingeholt werden.
Vitamine und Mineralstoffe können einen wichtigen Beitrag leisten, um Nerven und Psyche zu unterstützen. Besonders B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D und Magnesium spielen eine zentrale Rolle. Entscheidend ist jedoch die richtige Auswahl, Dosierung und Einbettung in einen gesunden Lebensstil.
Wer seine Stressbelastung ernst nimmt und gezielt gegensteuern möchte, findet in einer ausgewogenen Ernährung, passenden Nahrungsergänzungsmitteln und fachkundiger Beratung eine wertvolle Unterstützung.