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So kann man Medikamente auf Wechselwirkungen prüfen

15.02.2023

Wer unter Bauchschmerzen oder einer Erkältung leidet, eine chronische Krankheit hat oder einen Unfall hatte, der geht zum Arzt und bekommt oft ein oder mehrere Medikamente verschrieben. Sie werden kurzzeitig oder auch ein Leben lang eingenommen und helfen so, eine Krankheit zu überwinden oder mit einer schweren Erkrankung leben zu können. Doch bei der Einnahme sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob sich die Medikamente mit anderen Medikamenten oder auch mit bestimmten Lebensmitteln vertragen: Sonst kommt es zu Wechselwirkungen. Die können die Wirkung der Medikamente verstärken, abschwächen oder sogar komplett aufheben.  

Wirkung wird verstärkt, gehemmt oder verhindert

Dies passiert, weil die Inhaltsstoffe eines Medikamentes dafür sorgen können, dass die Inhaltsstoffe des anderen Medikamentes schlechter vom Körper aufgenommen oder darin verteilt werden oder weil die Ausscheidung über die Nieren gehemmt wird. Ein Beispiel sind entzündungshemmende Schmerzmittel, etwa Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalizylsäure: Sie verstärken die Wirkung von blutverdünnenden Mitteln. Dann besteht die Gefahr von Magenbluten oder Schwindel, der zu Stürzen oder Verwirrtheit führen kann und im schlimmsten Fall wird das Risiko eines Herzinfarktes begünstigt. Johanniskraut etwa schwächt die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel. Deshalb ist es wichtig, der Ärztin oder dem Arzt, der das Medikament verschreibt oder auch der Apothekerin oder dem Apotheker mitzuteilen, welche anderen Medikamente man bereits einnimmt. Ein Hausarzt oder der Facharzt, bei dem die Patientin oder der Patient regelmäßig in Behandlung ist, sollte das auch im Computer vermerkt haben. 

Beipackzettel oder Internet-Checks können helfen

Wer sich unsicher ist, sollte vor der Einnahme die Wechselwirkungen im Beipackzettel des Medikamentes prüfen. Doch es gibt weiter Möglichkeiten, mögliche Wechselwirkungen zu überprüfen: Im Internet gibt es Datenbanken, auf denen der Name oder die Pharmazentralnummer - kurz PZN - des Medikamentes eingegeben werden kann. Die PZN zeigt nicht nur das Arzneimittel an sich, sondern auch Packungsgröße, die Darreichungsform und den Anbieter an. Anschließend gibt man ein weiteres Medikament, das man zeitlich einnehmen soll, ein. Werden dann Wechselwirkungen zwischen den beiden oder mehreren Medikamenten gefunden, wird sofort gewarnt und empfohlen, die gleichzeitige Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. Auch Apotheken bieten an, die Wechselwirkungen von Medikamenten für die Patientinnen und Patienten zu checken. 

Manche Lebensmittel vertragen sich nicht mit Medikamenten

Doch nicht nur Medikamente können die Wirkung anderer Medikamente verändern, auch gewissen Nahrungs- und Genussmittel können einen negativen Einfluss haben. Grapefruits enthalten Naringin, was die Wirkung einiger Medikamente so verstärken kann, dass die Gesundheit gefährdet ist. Dies ist bei Immunsuppressiva, einigen Mitteln gegen Krebs oder gegen Allergien der Fall. Wer bestimmte Antibiotika zusammen mit Milch oder Joghurt einnimmt, riskiert, dass durch das Milchkalzium die Wirkung komplett vernichtet wird. Schwarzer Tee kann die Aufnahme einiger Stoffe in den Körper verhindern, auch Alkohol und Beruhigungsmittel sind keine gute Kombination. Wer sich hier unsicher ist, kann sich bei Arzt oder Ärztin oder in der Apotheke erkundigen. 


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