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Endometriose: Wenn Frau-sein wehtut

20.09.2023

Viele Frauen haben während der Periode mäßige bis starke Schmerzen im Unterleib. Für manche sind diese Schmerzen jedoch kaum auszuhalten, was lange als „zum Frau-sein gehörend“ und als „normal“ angesehen wurde. Nun haben die Beschwerden einen Namen: Endometriose.

Der Name leitet sich vom „Endometrium“, der Gebärmutterschleimhaut, ab. Wenn diese krankhaft auch außerhalb der Gebärmutter wuchert und sich im Beckenraum und an den Eierstöcken ausbreitet und dort - gesteuert von den weiblichen Hormonen - regelmäßig blutet, kann das schlimme Schmerzen verursachen. Sogar Darm und Lunge können davon betroffen sein. Mit einer Wärmflasche und entkrampfenden Mitteln ist es dann nicht mehr getan. In einigen Fällen kann die Endometriose sogar zur Unfruchtbarkeit führen.

Entzündungen im gesamten Bauchraum

Während Frauen ohne Endometriose unter den Regelschmerzen nur im Bereich der Gebärmutter leiden, sind die Schmerzen bei Endometriose viel weiter im Bauchraum verteilt. Zusätzlich werden Nerven gereizt, denn die Blutungen an den verschiedenen Stellen im Bauch, an denen dieses Gewebe eigentlich nichts zu suchen hat, kann Entzündungen hervorrufen. Die Nerven reagieren, die Schmerzen werden stärker, besonders in der Zeit der Periode. Bei vielen Frauen dauert die Abklärung der Symptome lange. Denn Bauchkrämpfe, Übelkeit, Durchfall und Müdigkeit können zunächst mit der Periode erklärt werden - jedoch nicht in diesem Ausmaß. Zusätzlich können die Frauen unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen leiden.

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Sehr starke Schmerzen und Unfruchtbarkeit

Betroffenen Frauen können oft die Schmerzen kaum aushalten, rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel schaffen wenig Linderung. Manche Frauen haben allerdings trotz Endometriose kaum Schmerzen - sie fällt erst auf, wenn nach der Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch gesucht wird. Zu erkennen ist die Endometriose gut bei einer Bauchspiegelung. Jedoch kann sie auch bei einer Ultraschalluntersuchung oder im MRT erkannt werden. Bei einer Bauchspiegelung kann zusätzlich anhand einer Gewebeentnahme sichergestellt werden, dass es sich um Gebärmutterschleimhaut handelt, die sich im Bauchraum verteilt hat. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind und ob ein Kinderwunsch vorhanden ist, wird die Therapie gestaltet.

Hilfe durch Hormontherapie oder Operation

Zunächst wird mit dem richtigen Medikament gegen die Schmerzen vorgegangen, Hormonpräparate sollen das Wachstum der Endometriose-Herde bremsen. Allerdings sollen die Hormone die Östrogenproduktion schwächen, was den Eisprung verhindern kann. Diese Hormontherapie kommt bei einem Kinderwunsch also weniger infrage. Wenn die Endometriose-Herde die Eierstöcke befallen oder Darm und Blase in ihrer Funktion stören, ist eine Operation nötig. Mit Laser, Skalpell oder Strom werden die Schleimhaut-Herde möglichst vollständig entfernt. Leiden Frauen sehr stark, sind sie älter und es besteht kein Kinderwunsch, ist es möglich, die gesamte Gebärmutter oder auch die Eierstöcke, die Östrogen produzieren, zu entfernen.

Ursachen sind noch weitgehend unbekannt

Warum einige Frauen von Endometriose betroffen sind, ist nicht vollständig geklärt. Oft kommt es in einer Familie gehäuft vor. Betroffen sind häufig Frauen, die ihre erste Periode sehr früh bekommen haben, die einen kurzen Menstruationszyklus mit langen, schweren Blutungen haben und noch keine Kinder bekommen haben.

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