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Durch den Blutverdünner Aspirin Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen?

25.01.2023

Bei Kopfschmerzen ist für viele eine Aspirin-Tablette das Mittel der Wahl, um sich wieder besser zu fühlen. Doch kann der Wirkstoff, der in Aspirin steckt, auch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen?

Fest steht, dass die Acetylsalicylsäure, auch ASS genannt, eine schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung hat. Als Aspirin wurde sie bereits 1899 zum Patent angemeldet und wird heute unter vielen Namen in verschiedenen Formen vertrieben: Als Tabletten, Pulver, Brausetabletten oder Kapseln, in Kombination mit Vitaminen, Koffein oder Pseudoephedrin. Allerdings hat Aspirin noch eine weitere Wirkung: Es hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. Aus diesem Grund hielt sich lange die Annahme, dass die regelmäßige Einnahme Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern könne. 

Acetylsalicylsäure verhindert die Verklumpung des Blutes

Denn Herzinfarkte entstehen, weil sich Ablagerungen an den Innenseiten der Blutgefäße am Herzen bilden, bis es zum Verschluss des Gefäßes kommt. So wird die Sauerstoffversorgung unterbunden, der Herzmuskel stirbt ab. Ein Teil der Ablagerungen sind verklumpte Blutplättchen. Auch bei Schlaganfällen kommt es zu einem Gefäßverschluss: Entweder kommt es durch Ablagerungen zu sogenannten “Verkalkungen" oder ein Blutgerinnsel setzt sich in der Arterie fest. Deshalb könne die Acetylsalicylsäure, die die Verklumpung verhindert, so auch Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern. 

Besonders wirksam bei Patienten nach Herzinfarkt oder Schlaganfall

Belegt ist diese Wirkung durch Studien bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten. Wenn sie danach täglich eine Dosis von 100 mg ASS erhalten haben, verringerte sich das Risiko, dass sich erneut ein Blutgerinnsel bildet. Wer nach einem Herzinfarkt einen Stent - ein Metallgitter, dass das Gefäß geöffnet hält - eingesetzt bekommen hat, sollte, um den reibungslosen Blutfluss zu sichern, tatsächlich regelmäßig ASS einnehmen. In Studien mit Probanden, die noch keinen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben, wurden allerdings weniger Beweise erbracht, dass Aspirin bei regelmäßiger Einnahme diese beiden Krankheiten verhindert. Es gilt wie bei jedem Medikament, die vorbeugende Einnahme auf jeden Fall vorher mit dem Arzt zu besprechen, um mögliche Wechsel- oder Nebenwirkungen auszuschließen. Ärzte können auch weitere Tipps geben, die zusätzlich dazu beitragen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu verhindern - zum Beispiel durch viel Bewegung, gesunde Ernährung und Stressvermeidung. 

Vorsicht vor den Nebenwirkungen von Aspirin

Denn natürlich gibt es bei Aspirin, wie bei fast allen Medikamenten, auch Nebenwirkungen. Leichtere Nebenwirkungen sind Übelkeit oder Kopfschmerzen. Allerdings gibt es auch schwere Nebenwirkungen wie Blutungen in Magen und Darm, Nierenschäden oder Anfälle bei Asthmapatienten. Was bei all den positiven Auswirkungen der Blutverdünnung nicht vergessen werden darf, ist, dass diese auch gefährlich sein können. Nach Operationen, zum Beispiel an den Zähnen, können Blutungen schlechter gestillt werden, wenn vorher Aspirin eingenommen wurde. 

 

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