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Deshalb verläuft eine Chlamydien-Infektion meist unbemerkt

01.06.2022

Eine in Deutschland häufig auftretende sexuell übertragbare Krankheit sind Chlamydien. Sie kann leicht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen werden. Allerdings ist sie oft unbekannt, denn eine Infektion wird oft überhaupt nicht bemerkt. Dabei kann eine Infektion dramatische Folgen wie Unfruchtbarkeit haben. Heutzutage können Chlamydien einfach festgestellt und behandelt werden. 

Woher kommen die Chlamydien?

Die Bakterien Chlamydia trachomatis, die für diese Krankheit verantwortlich sind, werden über den Kontakt der Schleimhäute übertragen. Und dabei können sie sich nicht nur den Genitalbereich ansiedeln, sondern auch in den Augen und in den Atemwegen. Meistens findet die Übertragung beim ungeschützten Geschlechtsverkehr statt. Bei der Infektion am Auge kann zum Beispiel durch unsaubere Hände das Bakterium, das sich in der Augenflüssigkeit befindet, von einer Person zur nächsten übertragen. Zwischen Ansteckung und Ausbrauch dauert es ungefähr drei Wochen. Wenn es dann zu Symptomen kommt, können die sich denen anderer Krankheiten ähneln: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder körperliche Schwäche. 

Die typischen Symptome - wenn überhaupt welche auftreten

Bei Männer können die ersten spezifischen Symptome Entzündungen der Harnröhre sein. Bemerkt wird die durch Schmerzen beim Wasserlassen oder Ausfluss von Eiter. Wenn die Bakterien von dort weiter aufsteigen, kann es zu Entzündungen der Prostata oder der Hoden kommen, was langfristig zur Unfruchtbarkeit führen kann. Bei Frauen können sich Harnröhre und Gebärmutterhals entzünden, was durch einen starken Ausfluss erkannt werden kann. Außerdem ist ebenfalls das Wasserlassen schmerzhaft. Allerdings haben Frauen oft gar keine Symptome, die Erkrankung bleibt unbemerkt und die Bakterien können sich so weiter ausbreiten. Unbehandelt können sich die Bakterien in der Gebärmutter, im Eileiter und in den Eierstöcken ausbreiten. Auch dann bleiben oft Symptome aus. Einige Patientinnen haben allerdings Schmerzen im Unterbauch, Ausfluss oder Blutungen. Ist die Krankheit so weit fortgeschritten, erhöht sich auch das Risiko für Unfruchtbarkeit. Befallen die Chlamydien die Augen, kann es zu einer Bindehautentzündung kommen, die dringend behandelt werden muss. In den Atemwegen kommt es zu Hals- und Schluckschmerzen bis hin zur Lungenentzündung. 

So werden die Bakterien festgestellt und behandelt

Gerade bei jungen Frauen ist die Gefahr, durch Chlamydien unfruchtbar zu werden, groß. Deshalb wird bei Ärzten bei Frauen bis zum 24. Lebensjahr ein Chlamydien-Screening angeboten: Einmal jährlich können sie einen kostenlosen Test auf Chlamydien durchführen lassen. Der Test erfolgt einfach durch die Abgabe von Urin, das anschließend auf Chlamydien untersucht wird. Ältere Frauen und Männer können einen solchen Test - entweder durch Urinabgabe oder einen Abstrich der Schleimhaut - bei Symptomen ebenfalls durchführen lassen, die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten. Dies tut sie auch, wenn bei einem Geschlechtspartner Chlamydien festgestellt wurden. Die Behandlung ist dann einfach durch Antibiotika möglich.

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