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Darf ich während der Schwangerschaft Schmerzmittel nehmen?

28.12.2022

Für viele Frauen ist die Schwangerschaft eine glückliche Zeit, in der sie sich in ihrem Körper wohlfühlen. Doch auch in dieser Zeit kann es zu der ein oder anderen Verletzung, zu einem grippalen Infekt oder zu Kopfschmerzen kommen. Und das zusätzliche Gewicht des Babys, das die Mama mit sich herumträgt, sorgt häufig für Rückenschmerzen. Ohne Schmerzmittel ist das auszuhalten, aber oft nicht angenehm. Aber ist es überhaupt erlaubt, in der Schwangerschaft Schmerzmittel zu nehmen, ohne dem Baby zu schaden? Und wenn ja, welche sind erlaubt?

Medikamente nur in Abspräche mit Ärztin oder Arzt

Zunächst ist es wichtig, jede Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen abzusprechen und nicht eigenmächtig Mittel einzunehmen. Doch die Schmerzen aushalten müssen Schwangere in vielen Fällen nicht. Hier gilt es zu unterscheiden, in welcher Phase der Schwangerschaft man sich gerade befindet: Im ersten, zweiten oder dritten Trimester. In allen Semestern ist bei starken Schmerzen Paracetamol der Wirkstoff der Wahl. Denn dieser schadet weder Mutter noch Baby. Allerdings sollte auch Paracetamol nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, idealerweise nicht länger als drei Tage.

Nicht jedes Arzneimittel in jedem Trimester geeignet

Ein weiterer Wirkstoff, der bei Schmerzen häufig eingenommen wird, ist Ibuprofen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Medikament mit Ibuprofen sollten nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche, also ungefähr in den ersten zwei Trimestern, eingenommen werden. Studien haben ergeben, dass der Wirkstoff NSAR danach Herz- und Nierenprobleme bei den Babys im Mutterleib auslösen kann. Ein drittes Medikament, das oft bei Schmerzen eingenommen wird, ist Acetylsalicylsäure, besser bekannt als ASS oder Aspirin. Auch dieses sollte nicht in den ersten beiden Trimestern und nur nach Absprache mit Ärztin oder Arzt angewendet werden. Danach können schwere Komplikationen bei Mutter und Kind auftreten. Eine Ausnahme ist eine von Ärztin oder Arzt verordnete Einnahme zur Verhinderung von Präeklampsie. 

Embryotox zu den Medikamenten befragen

Allgemein gilt, dass die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft so weit wie möglich vermieden werden sollte. So bietet es sich zum Beispiel bei Rückenschmerzen an, ein warmes Bad zu nehmen oder sich bei einer Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeuten behandeln zu lassen. Auch Massagen können bei Schmerzen gut helfen. Bei Muskel- oder Gelenkschmerzen oder auch bei dauernden Kopfschmerzen kann konsequente Entlastung helfen. Ärzte können Schwangere, die arbeiten, dazu krankschreiben. Wie bei allen Krankheiten während der Schwangerschaft lohnt sich außerdem ein Blick in das Online-Portal Embryotox: Das an der Berliner Charité ansässige Institut informiert bereits seit 1988 zur Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Informationen beruhen immer auf aktuellen Studiendaten.

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