Die 6-fach-Impfung gehört zum Standardplan für Säuglinge in Deutschland. Dieser Kombinationsimpfstoff schützt Kinder gegen sechs verschiedene Krankheiten zur gleichen Zeit.
Hier geben wir einen Überblick, woraus der Impfstoff besteht und welche körperlichen Reaktionen danach auftreten können. Wenn Sie nach dem Lesen Fragen zu spezifischen Medikamenten für Ihr Baby haben, finden Sie in Ihrer Region Apotheken, die Sie dazu beraten.
Weitere Informationen finden Sie in diesem PDF des RKI zur 6-fach-Impfung: Download
Die 6-fach-Impfung ist eine Empfehlung im Rahmen der Grundimmunisierung bei Babies. Sie ist ca. im Alter von 2, 4 und 11 Monaten dran.
Die Kombination von 6 Impfungen in eine Impfung hat mehrere Vorteile:
Der Impfstoff ist so aufgebaut, dass er das Immunsystem gegen gleich sechs Erreger trainiert. Es handelt sich dabei speziell um Krankheiten, die für Säuglinge sehr gefährlich sein können und gegen die deshalb ein früher Schutz sehr wichtig ist.
Diphtherie ist eine bakterielle Infektion der Atemwege. Die Bakterien bilden im Körper ein Gift. Dieses Gift kann das Herz und die Nerven schädigen. Ohne Impfung kann die Krankheit lebensgefährlich verlaufen.
Tetanus ist unter dem Namen Wundstarrkrampf bekannt. Die Erreger leben im Boden und gelangen durch kleine Wunden in den Körper. Das Gift der Bakterien verursacht starke Muskelkrämpfe. Diese Krämpfe können auch die Atemmuskeln betreffen.
Pertussis ist der Fachbegriff für Keuchhusten. Diese Krankheit ist für Säuglinge gefährlich. Sie führt oft zu schweren Hustenanfällen. Bei Babys löst der Keuchhusten häufig Atemaussetzer aus, was lebensbedrohlich sein kann.
Poliomyelitis ist unter dem Namen Kinderlähmung bekannt. Ein Virus löst die Erkrankung aus, indem es das Nervensystem angreift. In schweren Fällen führt das zu dauerhaften Lähmungen der Arme, Beine oder der Atemmuskulatur.
Das Bakterium Hib verursacht schwere Entzündungen. Betroffen sind oft die Hirnhäute oder der Kehldeckel im Hals. Vor der Einführung der Impfung war Hib eine der häufigsten Ursachen für Hirnhautentzündungen bei kleinen Kindern.
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber durch ein Virus. Wenn sich Kinder früh damit anstecken, wird die Infektion oft chronisch. Das kann später im Leben zu schweren Schäden an der Leber führen.
Die 6-fach-Impfung ist ein Totimpfstoff. Das bedeutet, dass im Serum keine lebenden Krankheitserreger enthalten sind. Stattdessen nutzt man nur einzelne Bestandteile der Erreger oder deren inaktivierte Giftstoffe. Das Kind kann durch die Impfung also nicht die eigentlichen Krankheiten bekommen.
Im Impfstoff befinden sich gereinigte Eiweißstrukturen der Bakterien oder Viren (Antigene). Das Immunsystem erkennt diese Teilchen als fremd an und beginnt mit der Produktion von Antikörpern. Auf diese Weise lernt der Körper, wie er die echten Erreger bei einem späteren Kontakt bekämpfen muss.
Damit der Körper eine ausreichend starke Schutzreaktion aufbaut, sind Hilfsstoffe enthalten. Diese sorgen dafür, dass die Antigene länger an der Einstichstelle bleiben. So haben die Abwehrzellen mehr Zeit, sich mit dem Impfstoff auseinanderzusetzen.
Ohne diese Verstärker wäre die Schutzwirkung zu gering. Zusätzlich werden geringe Mengen an Stabilisatoren eingesetzt, damit der Impfstoff beim Transport oder bei der Lagerung seine Struktur behält.
Nach der Gabe des Impfstoffs zeigen viele Kinder Reaktionen. Diese Symptome sind in den meisten Fällen harmlos. Sie zeigen lediglich, dass das Immunsystem aktiv mit den Inhaltsstoffen arbeitet.
Häufig entstehen an der Stelle, an der die Spritze gesetzt wurde, Rötungen. Die Haut kann dort auch leicht anschwellen oder warm werden. Manchmal schmerzt das Bein des Babys bei Berührung. Diese lokalen Reaktionen verschwinden meistens innerhalb von zwei Tagen. Sie können die Stelle vorsichtig kühlen, wenn das Kind dadurch sehr unruhig ist.
Viele Säuglinge sind nach dem Impftermin müder als sonst. Sie schlafen mehr oder wirken insgesamt etwas erschöpft. Manche Kinder zeigen auch eine vorübergehende Appetitlosigkeit. Diese Verhaltensänderungen halten oft nur 24 bis 48 Stunden an. Es ist wichtig, dem Kind in dieser Zeit viel Ruhe zu geben.
Eine der häufigsten Reaktionen ist eine Erhöhung der Körpertemperatur. Fieber nach der 6-fach-Impfung beim Baby tritt oft am Abend des Impftages oder am nächsten Tag auf.
Temperaturen bis 38,4 °C gelten bei Babys noch als erhöhte Temperatur. Ab 38,5 °C spricht man medizinisch von Fieber. Das Fieber ist ein Teil der Immunantwort. Es hilft dem Körper dabei, die Abwehrzellen schneller zu mobilisieren. Solange das Kind trinkt und einen insgesamt stabilen Eindruck macht, ist mäßiges Fieber kein Grund zur Besorgnis.
In manchen Fällen steigt die Temperatur stärker an. Sehr hohes Fieber kann den kleinen Organismus stark belasten. In der Apotheke erhalten Sie Fieberzäpfchen oder Säfte mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen. Diese Medikamente senken die Temperatur und lindern gleichzeitig mögliche Schmerzen. Sie sollten die Dosierung immer genau mit dem Gewicht Ihres Babys abgleichen. Ihr Apotheker/Ihre Apothekerin kann Ihnen hierbei die genauen Angaben für das jeweilige Präparat nennen.
Ist das Kind durch die Temperatur stark abgeschlagen, das Fieber wird besorgniserregend hoch oder das Fieber sinkt trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht, sollten Sie Kontakt zu einem Arzt oder einer Ärztin aufnehmen.

Manche Eltern beobachten einen Ausschlag nach der 6-fach-Impfung beim Baby. Dieser zeigt sich oft als kleine rote Punkte oder flächige Rötungen auf der Haut. Ein solcher Ausschlag kann kurz nach der Impfung oder auch mit ein paar Tagen Verzögerung auftreten. Meistens juckt dieser Ausschlag nicht und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst wieder.
Wenn die Hautveränderungen jedoch sehr stark sind oder das Kind zusätzlich Schwellungen im Gesicht bekommt, ist ein Arztbesuch notwendig. Das könnte auf eine Unverträglichkeit gegen einen der Hilfsstoffe im Impfstoff hindeuten.
Ein Symptom, das gelegentlich vorkommt, ist das besonders schrilles Schreien nach der 6-fach-Impfung. Mediziner nennen dies auch das persistierende Schreien. Das Kind schreit dabei über einen Zeitraum von ein bis drei Stunden in einer sehr hohen Tonlage. Es lässt sich in dieser Phase kaum durch Tragen oder Stillen beruhigen.
Dieser Zustand ist für das Baby anstrengend. Man vermutet, dass Kopfschmerzen oder eine starke Irritation des Nervensystems die Ursache dafür sind. In der Regel hört dieses Schreien nach einigen Stunden von alleine auf und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Sie sollten dieses Ereignis aber unbedingt bei der nächsten Untersuchung in der Kinderarztpraxis erwähnen. Dort wird entschieden, ob man beim nächsten Impftermin besondere Vorsichtsmaßnahmen trifft.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug Flüssigkeit bekommt. Stillen Sie es nach Bedarf oder bieten Sie die Flasche öfter an. Sie sollten das Kind nicht zu warm anziehen, wenn es Fieber bekommt. Eine dünne Schicht Kleidung aus Baumwolle reicht aus, damit die Hitze vom Körper abgeleitet werden kann. Vermeiden Sie an den ersten zwei Tagen nach der Impfung große Ausflüge oder viel Trubel.
Es ist sinnvoll, eine kleine Hausapotheke für solche Fälle vorzubereiten. Die Apotheken in Ihrer Nähe führen spezielle Produkte für Säuglinge. Dazu gehören:
Lassen Sie sich in der Apotheke erklären, wie viele Stunden Abstand zwischen den Gaben von Fiebermitteln liegen müssen. Das Personal in den Apotheken kann Ihnen auch zeigen, wie Sie die Temperatur Ihres Babys am genauesten messen.