Wenn Husten, Halsschmerzen oder Fieber auftreten, stellen sich viele Menschen die Frage: Habe ich eine einfache Erkältung oder eine echte Grippe? Beide Erkrankungen gehören zwar zu den Atemwegsinfekten und können ähnliche Beschwerden verursachen, doch der Verlauf, die Dauer und die Intensität unterscheiden sich häufig deutlich.
Wir erklären die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Grippe und einer Erkältung, zeigen typische Phasen der Infekte und informieren, wie lange die Beschwerden normalerweise dauern. Zudem geben wir Tipps zu Hausmitteln, die helfen.
Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist eine meist harmlose Infektion der oberen Atemwege. Typisch sind:
Seltener kann es auch zu Ohrenschmerzen oder Fieber kommen. Eine Erkältung wird durch zahlreiche unterschiedliche Viren ausgelöst, darunter zum Beispiel Coronaviren. Da diese Viren sehr variabel sind, treten Erkältungen besonders oft in der kalten Jahreszeit (Herbst und Winter) und bei geschwächter Immunabwehr auf. Bei einem normalen Verlauf klingt eine Erkältung in der Regel von selbst wieder ab.
Die echte Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und verläuft deutlich intensiver. Typisch sind:
Während bei einer Erkältung meist nur die Atemwege betroffen sind, trifft eine Grippe den gesamten Körper. Auch der Verlauf ist schwerer als bei einer Erkältung und kann bei Risikogruppen zu Komplikationen führen (zum Beispiel zu einer Lungenentzündung). Zu den Risikogruppen zählen besonders ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Häufige Symptome bei dem Coronavirus:
Die Krankheitsverläufe variieren stark, sodass es keinen typischen Krankheitsverlauf gibt. Die meisten Betroffenen erholen sich nach ein bis zwei Wochen wieder, bei manchen können jedoch gesundheitliche Langzeitfolgen bestehen bleiben (Long COVID).
| Merkmal | Erkältung (grippaler Infekt) | Grippe (Influenza) |
| 1. Beginn der Erkrankung | langsam, schleichend über 1–2 Tage | sehr plötzlich, oft innerhalb weniger Stunden |
| 2. Fieber | selten oder nur leicht erhöht | meist hohes Fieber über 39 °C |
| 3. Schmerzen | leichte Kopf- oder Gliederschmerzen | starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen |
| 4. Atemwegsbeschwerden | Schnupfen steht im Vordergrund | trockener, stark ausgeprägter Husten |
| 5. Allgemeinbefinden | beeinträchtigt, aber meist alltagstauglich | starke Schwäche, Bettruhe fast immer notwendig |
| 6. Dauer | meist 7–10 Tage | 1–2 Wochen, Erschöpfung oft länger |
Wie lange geht eine Erkältung?
In der Regel dauert sie 7 bis 10 Tage, manchmal etwas länger, wenn Husten (zum Beispiel Reizhusten) schleppend abklingt.
Eine Grippe hat keinen milden Vorlauf – sie beginnt meist abrupt. Die typischen Phasen:
Wer Erkältungssymptome spürt, sollte zu Hause bleiben und sich auch dort von seinen Mitmenschen möglichst fernhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Eine Erkältung ist nach einer guten Woche meist schon überstanden, aber auch sonst kann es sinnvoll sein, die Entwicklung der Symptome erst einmal über einige Tage hinweg zu beobachten: Oftmals sieht man dann schon klarer.
Wichtig: Zum Arzt sollte man nur mit einer vorherigen Anmeldung gehen. Die Krankschreibung ist zurzeit auch telefonisch möglich, und auch die eine oder andere Frage zum Krankheitsverlauf oder zu nötigen Maßnahmen und Medikamenten lässt sich sicher am Telefon oder gegebenenfalls in der Video-Sprechstunde klären.
Auch Ihre Apotheken in Ihrer Region unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Medikamente und geben Hinweise zu Selbstbehandlungsmöglichkeiten.

Flüssigkeit verflüssigt Schleim, beruhigt Schleimhäute und hilft dem Körper bei der Temperaturregulation. Trinken Sie daher viel Wasser, Kräutertees und warme Brühen.
Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie körperliche Belastung. So können Sie das Immunsystem Ihres Körpers unterstützen.
3. Nasenspülungen und Meersalzsprays
Nasenspülungen reinigen die Nasengänge, lösen festsitzenden Schleim und beruhigen gereizte Schleimhäute. Sie sollten allerdings nur in der akuten Erkältungsphase angewendet werden und nicht dauerhaft. Abschwellende Nasensprays können kurzfristig (max. 5–7 Tage) hilfreich sein, damit Sie besser schlafen und atmen können.
Die Wahl hängt davon ab, in welcher Phase sich der Husten befindet und ob Sie einen produktiven oder unproduktiven Husten haben (also ob sich Schleim löst oder nicht). Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne bei der Auswahl des passenden Mittels.
Warme Brustwickel oder ein warmes Kirschkernkissen können Muskeln beruhigen, Hustenreiz lindern und Entspannung fördern.
Eine echte Grippe fordert den Körper stark, weshalb konsequente Ruhe das Wichtigste ist.
Viele Beschwerden überschneiden sich, doch Dauer, Intensität und Verlauf zeigen, ob es sich eher um eine Erkältung oder um eine Grippe handelt. Eine Erkältung dauert meist einige Tage und entwickelt sich langsam. Eine Grippe beginnt plötzlich, verläuft schwerer und kann länger nachwirken.
Mit diesem Wissen können Sie Beschwerden besser einschätzen und schneller entscheiden, wann Selbstbehandlung genügt und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Apotheken in Ihrer Nähe beraten Sie gerne zu passenden Mitteln und unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Ihre Gesundheit.