Schmerzmittel sind Medikamente, die Schmerzen lindern oder beseitigen sollen. Der Fachbegriff für Schmerzmittel ist Analgetika.
Sie wirken, indem sie die Schmerzwahrnehmung des Körpers verringern. Sie beseitigen also nicht die Ursache des Schmerzes, sondern sorgen dafür, dass der Körper die Schmerzen weniger wahrnehmen kann. Das passiert entweder:
Die größte Gruppe an rezeptfreien Schmerzmitteln (OTC, over-the-counter) sind sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Das erste NSAR auf dem Markt war ASS (Acetylsalicylsäure) – Aspirin gibt es bereits seit 1899. Ibuprofen kam in den 60er Jahren dazu. Außerdem zu dieser Gruppe gehören Diclofenac und Naproxen.
NSARs gehören zu den am häufigsten eingenommenen Schmerzmitteln weltweit. Allein in Deutschland nehmen schätzungsweise 20–30 Millionen Menschen regelmäßig NSAR ein. Sie wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend und eignen sich damit für verschiedenste Beschwerden – von Kopfschmerzen über Arthrose bis hin zu akuten Sportverletzungen.
Aufgrund ihrer guten Wirksamkeit und breiten Verfügbarkeit sind NSARs oft die erste Wahl bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Einige NSARs sind rezeptfrei erhältlich, während höhere Dosierungen meistens ärztlich verschrieben werden müssen.
Paracetamol wurde 1877 erstmals synthetisiert und ist heute eines der häufigsten Schmerzmittel weltweit. Es gehört nicht zu den NSAR. Die Wirkweise ist nicht vollständig erforscht. Paracetamol ist jedoch neben den rezeptfrei erhältlichen NSARs eines der beliebtesten rezeptfreien Schmerzmittel. Verschreibungspflichtig sind nur höhere Dosierungen und Kombi-Präparate mit stärkeren Analgetika (= Schmerzmittel).
Weitere beliebte Schmerzmittel, die ohne Verschreibung zu bekommen sind, sind:
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Ibuprofen hemmt bestimmte Enzyme im Körper, die für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich sind. Prostaglandine spielen eine zentrale Rolle bei Entzündungen, Schmerzen und Fieber. Durch ihre Hemmung reduziert Ibuprofen:
Ibuprofen eignet sich zum Lindern von Schmerzen, zum Senken von Fieber und gegen Entzündungen.
Klassische Fälle, in denen sich Ibuprofen gut eignet, sind zum Beispiel:
Wie genau Paracetamol wirkt, ist tatsächlich nicht vollständig bekannt. Klar ist, dass es keinen Einfluss auf Entzündungsprozesse hat. Wahrscheinlich hemmt Paracetamol die Enzyme, die indirekt Schmerzempfindungen verursachen, nur im zentralen Nervensystem – also nicht gezielt dort, wo der Schmerz sitzt, sondern die Schmerzsignale im Körper generell.
Es hat zwei der drei Wirkaspekte, die Ibuprofen hat:
Paracetamol hilft bei leichten oder mittleren Schmerzen: Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen. Besonders hilft Paracetamol bei Fieber (Grippe, Impfungen, Erkältung). Es senkt das Fieber und kann für alle Altersgruppen als Fiebersenker verwendet werden. Außerdem wird es auch unterstützend für chronische Schmerzpatient:innen verwendet.
Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Ibuprofen sind Magenschmerzen oder Verdauungsprobleme. Selektivere Präparate (z. B. Celecoxib) wurden entwickelt, um diese Nebenwirkungen zu reduzieren.
Besonders bei langfristiger Einnahme können die Nebenwirkungen risikoreicher werden: Magen-Darm-Beschwerden wie Gastritis oder Magengeschwüre können zum Problem werden, die Nieren können geschädigt werden und es besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme.
Paracetamol kann bei Überdosierung für die Leber gefährlich werden (es verhält sich hepatotoxisch). Bei langfristiger zu intensiver Einnahme können auch die Nieren geschädigt werden.
Ibuprofen kann die Wirkung einiger Arzneimittel verstärken, zum Beispiel Lithium. Andere kann es abschwächen, wie zum Beispiel Diuretika und Medikamente gegen hohen Blutdruck. Kombinationen mit SSRIs, Glukokortikoiden anderen zusätzlichen NSARs können das Risiko für Blutungen im Magen erhöhen. Da es viele kritische Kombinationen gibt, fragen Sie bitte immer in der Apotheke nach, wenn Sie mehrere Medikamente parallel einnehmen.
Paracetamol darf mit einigen anderen Medikamenten nicht kombiniert werden. Das Problem dabei ist, dass in bestimmten Kombinationen das Risiko für Leberschäden oder einer bestimmten Form der Anämie als Nebenwirkungen noch einmal deutlich erhöht wird. Zu den verbotenen Stoffen gehören unter anderem: Alkohol, Barbiturate, Lokalanästhetika wie Prilocain, und Rifampicin (ein Antibiotikum). Fragen Sie bitte immer in der Apotheke nach, wenn Sie mehrere Medikamente parallel einnehmen.
Neben bestimmten Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen sollten Menschen kein Ibuprofen nehmen, die unter Nierenproblemen oder einer starken Herzinsuffizienz leiden. Auch Schwangere sollten im späteren Verlauf der Schwangerschaft keine NSARs mehr einnehmen.
Da Paracetamol vor allem die Leber belastet, sollte es nicht von Menschen eingenommen werden, die Lebererkrankungen haben.
Bei allen Schmerzarten, die mit einer Entzündung zusammenhängen, ist Ibuprofen die bessere Wahl: Paracetamol hilft nicht gegen die Entzündung, während Ibuprofen beides angehen kann. Das beste Beispiel dafür sind Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung: der entzündete Hals wird mit Ibuprofen besser behandelt. Auch bei Sonnenbrand, Sportverletzungen und Spannungskopfschmerz ist Ibuprofen besser. Bei Regelschmerzen hilft Ibuprofen außerdem ebenfalls oft besser als Paracetamol, da es Krämpfe lindern kann.
Kopfschmerzen durch einen Kater nach einer durchfeierten Nacht sollten aber besser mit Paracetamol gemildert werden: Ibuprofen kann den durch Alkohol bereits belasteten Magen noch weiter reizen. Generell ist bei Magen- und Verdauungsproblemen Paracetamol insofern sicherer, dass es weniger entsprechende Nebenwirkungen auslöst. Vor allem, wenn Sie durch Ihre Beschwerden nichts essen können, sollte Ibuprofen vermieden werden. Bei Schmerzen, die nichts mit einer Entzündung zu tun haben, kann Paracetamol als schonendere Alternative versucht werden – bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei empfindlichem Magen.
Paracetamol wirkt normalerweise nach etwa einer halben bis einer Stunde. Die maximale Wirkung ist nach 1–2 Stunden erreicht.
Ibuprofentabletten wirken nach etwa 20–30 Minuten. Die Wirkung steigert sich dann langsam, bis die maximale Wirkung nach 1–2 Stunden erreicht ist.
Generell gibt es zwei einfache Möglichkeiten, wie Schmerzmittel zuhause schneller wirken:
Die beiden Medikamente gehören beide zu den NSARs und wirken auf dieselbe Weise. Diclofenac und Ibuprofen gleichzeitig zu nehmen, ist nicht sinnvoll. Die schmerzlindernde Wirkung wird nicht wirklich erhöht, das Risiko für Nebenwirkungen und die Nierenbelastung dagegen schon!
Metamizol ist generell ein stärkeres Schmerzmittel, das nur nach ärztlicher Verschreibung erhältlich ist.
Ibuprofen über längere Zeit einzunehmen ist ohne ärztliche Empfehlung keine gute Idee. Das Risiko für Nebenwirkungen wird stark erhöht und die Einnahme kann zu schweren Schäden an Magen und Nieren führen sowie das Risiko für z.B. einen Herzinfarkt erhöhen. Nehmen Sie Ibuprofen nur kurzfristig und in vorgeschriebener Dosierung ein. Wenn Ihre Schmerzen sich nicht bessern oder chronisch sind, konsultieren Sie unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin.
Bei den meisten typischen Erkältungen ist es kein großes Problem, Ibuprofen einzunehmen. Teilweise wird aber eher Paracetamol empfohlen, da Ibuprofen durch die Entzündungshemmung das Immunsystem etwas bremsen kann und die Krankheitserreger eventuell langsamer bekämpft werden. Fragen Sie grundsätzlich in der Apotheke oder bei den behandelnden Ärzt:innen nach der besten Wahl.
Bei den meisten alltäglichen Schmerzen lohnt es sich, Ibuprofen auszuprobieren. Bei Nervenschmerzen (zum Beispiel durch Polyneuropathie) hilft Ibuprofen jedoch nicht. Auch gegen starke chronische Schmerzen kommt Ibuprofen nicht an.
Nurofen® ist ein Markenname, unter dem der Wirkstoff Ibuprofen verkauft wird. Präparate, auf denen nur “Ibuprofen” steht, enthalten genau dasselbe, sind aber als Generika oft günstiger.
Nach der Einnahme von Paracetamol kann erwartet werden, dass Fieber nach ca 30–60 Minuten sinkt. Der Effekt hält dann 4–6 Stunden an.
Von Paracetamol bekommen nur sehr wenige Menschen Durchfall, wenn sie es zum Beispiel überdosiert haben. Übelkeit und Bauchschmerzen sind aber manchmal möglich. Insgesamt hat Paracetamol aber weniger wahrscheinlich Nebenwirkungen, die mit Magen-Darm-Beschwerden zusammenhängen, als Ibuprofen.
Absolut nicht. Paracetamol sorgt dafür, dass das Gehirn Schmerzen weniger wahrnimmt, und senkt Fieber. Ibuprofen dagegen wirkt zusätzlich gezielt gegen Entzündungen. Sie unterscheiden sich in der Art, wie sie wirken, und in ihren Nebenwirkungen.
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